Für mich ist es leider derzeit kein Trost, dass die Diagnose Querschnittslähmung nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass man lebenslang an den Rollstuhl gefesselt bleibt. Denn dank intensiv durchgeführter Therapien ist es heute möglich, dass gewisse Querschnittgelähmte, zu denen ich auch zähle offenbar laut der Meinung der Ärzte, dass sie wieder gehen lernen können bzw. die Gehfähigkeit entscheidend verbessern können.
Doch da bei mir die Therapie bereits frühzeitig eingesetzt hat, bin ich zuversichtlich. Das Konzept für die Therapie umfasst aber nicht nur das Gehen lernen, sondern auch die Therapie Instrumente Gleichgewicht, Raumgefühl, sowie Augen-Hand-Koordination und natürlich auch die Abstimmung einzelner Körperteile zueinander. Ziel ist dabei vor allem die Neubildung von Nervenzellen. Es ist ein motorisches Lernen.
Gute Chancen auf Heilung
Die Rate des Wiedererlernens von dem, was durch die Verletzung teilweise verloren gegangenen ist, wird wesentlich bestimmt durch einige Faktoren. Allerdings dauert es noch einige Zeit, bis sich die ersten Erfolge bemerkbar machen werden. Bis dahin bin ich weiterhin pflegebedürftig. Und zwar auch in einer für mich unangenehmen Sache. Denn ich habe eine Störung der Nervenversorgung der Organe in der unteren Körperhälfte, kurzum eine Blasen- und Mastdarmlähmung, also eine schwere Funktionsstörung der Harnblase und des Darms. Das heißt diese Blasenstörung bewirkt, dass das Gefühl für Urin und Stuhlgang kann nicht mehr kontrolliert werden kann, was zu unfreiwilligen Ausscheidung führt.
Hilfe bzw. eine Erleichterung bei der Pflege durch meine Angehörigen können Toilettenrollstühle bieten habe ich gehört. Diese verfügen über
WC Sitze, die in die Sitzfläche eingelassen sind. Ich habe mich für die Verwendung von einem derartigen Rollstuhl entschieden. Jedenfalls dann, wenn ich zuhause bin. Doch zum Weg zur Therapie verwende ich natürlich einen ganz normalen Rollstuhl und eben einen Katheder.